Viral Marketing

Während meiner Studienzeit war ich häufiger Besucher eines studentischen Filmklubs, der in einem Hörsaal  der Uni mit einem 16mm-Bauer-Projektor Filmkunstwerke vorführte. Der Klub warb mit Handzetteln und Programmplakaten. Die kurze Einführung, die jeder Vorführung vorausging, endete unweigerlich mit drei Fragen, gestellt vom Leiter des Klubs. Regelmäßig wollte er von seinen Gästen wissen, auf welchem Wege sie von der Vorführung erfahren hätten. Das Publikum wurde aufgefordert, per Handzeichen zu antworten.

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Autor: mongrel Kategorie: Film, Internet | Tags: , ,

Ende einer Legende

Hatten wir die Frage nach der Henne und dem Ei schon mal? Ja, hatten wir. Und zwar hier. Es ging in diesem Blogpost um die Öffnung der Springer-Archivs, durch die nachvollziehbar wird, wie die Zeitungen des Springer-Konzerns seinerzeit über die sogenannte 68er-Revolte berichteten. Von besonderem Belang ist die Öffnung des Archivs im Hinblick auf die Verantwortung für das Attentat an Rudi Dutschke, die viele der Zeitgenossen bei Bild und BZ sahen. Dass die außerparlamentarische Opposition die Springerblätter als geistige Anstifter sah, was zum Versuch einer Blockade des Verlages führte, stützte sich auf die Marktmacht des Verlagshauses und seine antikommunistische Haltung im allgemeinen und konkret auf den Vorwurf, Dutschke sei zum “Volksfeind” erklärt worden. Damit sei der Boden für die Gewalttat Josef Bachmanns bereitet worden. Den ganzen Beitrag lesen »

Autor: mongrel Kategorie: Internet, Print | Tags: , ,

Dispatches

Ich weiß nicht, wie Krieg ist, aber ich weiß, was andere über Krieg erzählen und wieder andere über dieses Thema berichten. Beides hat mich schon immer interessiert. Hier geht es jedoch nicht um die Faszination, die Berichte und Erzählungen über den Krieg ausüben, sondern um die aktuellen Kommentare zu diesem Thema, zumal in den letzten Tagen das Thema dank eines Videos auf Youtube erneut in den Fokus des öffentlichen Interesses gerückt ist. Müsste ich mich allein auf die aktuelle Berichterstattung verlassen, könnte die mich glauben machen, das Wikileaks-Video aus Bagdad dokumentiere das erste Kriegsverbrechen, das jemals auf diesem Planeten geschehen sei.

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Autor: mongrel Kategorie: Internet | Tags:

Ritus und Fahrstuhlmusik

Es gibt in den katholischen Blogs, sofern sie zum Thema Missbrauch Stellung beziehen, kaum einen Beitrag, der nicht ein “ja, aber” enthält. Wenn es kommt, fällt das “Ja” kurz aus, es erschöpft sich meist in einer knappen Bekundung des Mitgefühls mit den Opfern. Das “Aber” hingegen nimmt etwas breiteren Raum ein. Durchweg wiederholen sich dabei die Muster der Äußerungen.

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Autor: mongrel Kategorie: Internet | Tags:

Flatrate #3

Ihre Befürworter behaupten, die Kulturflatrate sei eine Umverteilung zugunsten von Urhebern, die ohne diese Maßnahme nicht zu ihrem Recht, einem Entgelt für ihre Leistung, kommen könnten. Die Frage, wie diese Umverteilung gegebenenfalls organisiert würde, ist zwar noch nicht entschieden, aber dennoch nicht schwer zu beantworten. Schließlich gibt es eine ganze Reihe von Einrichtungen, die geschaffen wurden, um für Wahrung von Urheberrechten zu sorgen, noch bevor deren Verletzung im Internet neue, bis dahin unbekannte Ausmaße annahm. Das Tun von Verwertungsgesellschaften wie der GEMA oder der GEZ der Rundfunkanstalten kann man ja überall und jederzeit beobachten.

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Autor: mongrel Kategorie: Internet | Tags: , ,

Sentimental: PDF-Mags

PDF-Mags

Es kommt vor, dass etwas Neues sein Neusein verleugnet und zunächst so tut, als sei es etwas Altes. Linoleum zum Beispiel. In Altbauten stößt man bisweilen auf Bodenbeläge aus diesem Material, die mit einem Muster bedruckt sind, mit dem sich das Linoleum den Anschein gibt, ein Perserteppich zu sein. Inzwischen hat sich dieses Material von dieser Art von Mimikri emanzipiert.

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Autor: mongrel Kategorie: Internet, Print | Tags: , ,

Flatrate #2

Natürlich muss auch die Frage gestellt werden, wem die Kulturflatrate zugute kommt.

Doch bevor diese Frage beantwortet werden kann, sollte zunächst geklärt werden, wer eigentlich zahlen muss. Das vorgeschlagene Verfahren verpflichtet alle Nutzer von Breitbandzugängen, eine Abgabe auf diesen Netzzugang zu zahlen. Man darf, nach den Erfahrungen mit der “Gebührenpflicht für neuartige Rundfunkgeräte”, gespannt sein, wer diese Gebühr zu entrichten hat und wer nicht. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf Ulrike Langers Ausführungen zu diesem Thema.

Sicher ist, dass die Summe, die über die Flatrate zusammenkäme, nicht einmal annähernd die Verluste decken würde, die von Urheberrechtsverwertern unter Hinweis auf illegale Downloads geltend gemacht werden. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu bedenken, dass in der Bilanz der Verwerter jeder illegale Download als Kauf bewertet wird. Was ja eigentlich ganz lustig ist. Denn mit dem gleichen Recht könnte man behaupten, dass jeder Taschendieb, der seinem Opfer die Rolex vom Arm zieht, eine Rolex kauft, sobald man ihn am Diebstahl hindert.

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Autor: mongrel Kategorie: Internet | Tags: , ,

Flatrate #1

In der Diskussion über die Sicherung des Urheberrechts durch eine sogenannte Kulturflatrate verliert das Verhältnis des Urheberrechts zum Eigentumsrecht restlos seine ohnehin kaum noch erkennbaren Konturen.

Ist allen Beteiligten klar, dass die freie Verfügungsgewalt des Urhebers über seine Werke ohnehin eingeschränkt ist, weil der Schutz des Urheberrechts nicht auf Dauer gewährt wird? Geistige Schöpfungen können in diesem Sinne nicht mit Eigentum gleichgesetzt werden. Dies bedeutet, dass der Eigentümer eines Aktienpakets sein Aktienpaket vererben kann und sich dabei sicher sein darf, dass seine Nachkommen ihr Erbe bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag uneingeschränkt besitzen und nutzen können. Der Urheber eines Romans, eines Films oder einer Symphonie kann dies nicht. Bereits einige Jahre nach seinem Tod endet der Schutz des Nutzungsrechts, seine geistige Schöpfung darf nun von jedermann wirtschaftlich verwertet werden. Mir ist der Grund für diese Ungleichstellung nicht bekannt.

Einer Kulturflatrate zuzustimmen würde für alle geistigen Urheber bedeuten, einer zusätzlichen Verschlechterung ihrer Position zuzustimmen, und zwar dadurch, dass sie grundsätzlich und von vorneherein das Recht auf die uneingeschränkte Verfügungsgewalt über ihre Werke aufgeben müssten. Warum sollten Sie das tun?

Autor: mongrel Kategorie: Internet | Tags: ,

Josh Cohen über Google News

Es ist nicht leicht zu entscheiden, ob das Interview mit Josh Cohen, der sich als “Business Product Manager for Google News” vorstellt, die Zukunft des Medienprodukts Nachrichten schildert oder ob seine Schilderung nur alter Wein in neuen Schläuchen ist. (Das Interview ist leider relativ kurz.)

Solange es noch Fernsehsender gibt, wie wir sie kennen, werden Tagesschau und Tagesthemen Teil ihrer Legitimation sein und waren es schon immer. Mit Nachrichten glauben vor allem die öffentlich-rechtlichen Sender, sich als Leistungsträger der Demokratie positionieren zu können.

Da ist es wichtig, mal ganz genau hinzuhören, wie Google sich die Zukunft dieses Medienprodukts vorstellt.

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Autor: mongrel Kategorie: Fernsehen, Hörfunk, Internet, Print | Tags: ,

Tweet Academies

Zurzeit stößt man in bestimmten Blogs auf recht unterschiedliche Positionen zur Frage, wie Unternehmen mit den sogenannten sozialen Netzwerken umgehen sollen. Dass es Unternehmen gibt, die die Relevanz von Facebook, Twitter oder Foursquare usw. für Ihren Zweck eher niedrig einstufen, darf man für falsch halten. Muss man aber nicht, denn schließlich hat es schon immer Unternehmen gegeben, die sich nicht buchstabengetreu an irgendwelche Marketingregeln halten und dennoch erfolgreich sind. Aldi zum Beispiel. 99 Prozent aller Deutschen kennen die Marke. Erst neulich, anlässlich des (mutmaßlichen) Geburtstags von Aldi-Gründer Karl Albrecht wurde die volkswirtschaftliche Relevanz des Discounters hervorgehoben: Es gibt offenbar Professoren, die Aldi eine inflationshemmende Wirkung in Krisenzeiten bescheinigen. Und das alles, obwohl Aldi noch nie eine müde Mark für Marketing übrig hatte. Und schon gar keinen Euro, um Mitarbeiter in Tweet Academies schulen zu lassen.

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Autor: mongrel Kategorie: Internet, Marketingkommunikation | Tags: , ,