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		<title>Jobsuche bei der Süddeutschen</title>
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		<pubDate>Tue, 04 May 2010 16:22:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mongrel</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kulturflatrate]]></category>
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		<description><![CDATA[Unter den zahllosen Zukunfts-Baustellen, mit denen wir uns Tag für Tag konfrontiert sehen, ist eine, die bereits in ihrem konzeptionellen Diskurs, also von vorneherein, in Gefahr ist, sich zu einem Fass ohne Boden zu entwickeln. Ich meine das Notprogramm, das die Medien, vor allem die Printmedien, für sich selbst an Stelle stabiler Zukunftsstrategien entworfen haben. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Unter den zahllosen Zukunfts-Baustellen, mit denen wir uns Tag für Tag konfrontiert sehen, ist eine, die bereits in ihrem konzeptionellen Diskurs, also von vorneherein, in Gefahr ist, sich zu einem Fass ohne Boden zu entwickeln. Ich meine das Notprogramm, das die Medien, vor allem die Printmedien, für sich selbst an Stelle stabiler Zukunftsstrategien entworfen haben. Man kann das als Symptom nehmen, durch das erkennbar wird, wie rasant das Tempo ist, mit dem die &#8220;bürgerliche Öffentlichkeit&#8221; ihrem Ende entgegeneilt. Die Brisanz der Entwicklung dokumentieren auch die Scharmützel zwischen Bloggern und Journalisten, die nur vor dem Hintergrund der prekären Marktlage des Journalismus verständlich sind.</p>
<p style="text-align: left;">Zur Konzeption der bürgerlichen Öffentlichkeit gehört eine Reihe von Werten, die nach wie vor jeden die Rolle der Presse betreffenden Diskurs bestimmen, auch wenn sie nicht unmittelbar angesprochen werden. Diese Werte bildet das sogenannte Spiegel-Urteil ab, in dem das Bundesverfassungsgericht 1966 die Bedeutung der Presse für die Willensbildung in der repräsentativen Demokratie gewürdigt hat. Leider fällt kaum auf, dass die Repräsentanten des Journalismus gern dieses von den Verfassungsorganen entworfene Idealbild für sich in Anspruch nehmen, ohne darauf hinzuweisen, dass es wenig bis nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat, jetzt nicht und auch früher nicht.</p>
<p style="text-align: left;"><span id="more-1525"></span>Demgegenüber hat Robin Meyer-Lucht bei Carta eine  <a title="#rp10: Plädoyer für einen Innovationdsfonds &quot;digitale Öffentlichkeit&quot;" href="http://carta.info/25570/rp10-pladoyer-fur-einen-innovationsfonds-digitale-offentlichkeit/" target="_blank">prägnante Darstellung</a> der den Journalismus tatsächlich bestimmenden, wirtschaftlichen Einflussfaktoren geliefert, aus der hier eine Passage zitiert werden sollen, die ein Schlaglicht auf die augenblickliche Wirklichkeit wirft:</p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: left;">&#8220;Der Online-Werbemarkt umfasst in Deutschland rund 2,5 Milliarden Euro. Der Werbeumsatz journalistischer Online-Angebote beträgt aber nur etwa 150 bis 200 Millionen Euro. Dies bedeutet, dass weniger als 10 Prozent des Umsatzes mit kommerziellen Botschaften im Internet über Journalismus als Vehikel abgewickelt werden. Dem Journalismus sind wichtige Konkurrenten im Anzeigenmarkt entstanden, die ebenfalls – und manchmal effizienter – Kontakte zwischen Konsumenten und Unternehmensbotschaften herstellen: Suchmaschinen, Preissuchmaschinen, Online-Rubrikenmärkte, Freemail-Anbieter, Portale und viele andere.&#8221;</p>
<p style="text-align: left;">Neben den Lesern wandern also auch die Anzeigenkunden ab, und das bereits seit geraumer Zeit. Die Nachfrage im Anzeigen- und im Lesermarkt geht also zurück, die logische Folge dürfe eine Anpassung an den Bedarf sei, wahrscheinlich, so ist es üblich, durch Konzentration.</p>
<p style="text-align: left;">Natürlich gibt es eine ganze Reihe von Vorschlägen, wie unser Pressewesen gerettet werden könnte:</p>
<p style="text-align: left;">Zum Beispiel durch die sogenannte <em>Kulturflatrate</em>, eine Idee für die sich zeitweise die Grünen erwärmen konnten. Die Flatrate verpflichtet alle Nutzer von Breitbandzugängen, eine Abgabe auf diesen Netzzugang zu zahlen. Noch etwas diffus ist, wie und an wen die Abgabe verteilt werden soll.</p>
<p style="text-align: left;">Oder die Forderung nach einer <em>Vergütung der Leistungsschutzrechte</em>, die in den vergangenen Monaten immer wieder von den Zeitungs- und Zeitschriftenverlegern erhoben wurde. Bei dieser Forderung geht es um eine Abgabe, die jeder gewerbliche Nutzer eines internetfähigen Computers für die Angebote der Zeitungsverleger zahlen soll. Unklar ist auch, wodurch sich Flatrate und Leistungsschutzrechtvergütung unterscheiden.</p>
<p style="text-align: left;">Ein <a title="#rp10: Plädoyer für einen Innovationdsfonds &quot;digitale Öffentlichkeit&quot;" href="http://carta.info/25570/rp10-pladoyer-fur-einen-innovationsfonds-digitale-offentlichkeit/" target="_blank">dritter Vorschlag</a> stammt von Robin Meyer-Lucht. Er hört sich im Kern so an: &#8220;Die Politik sollte dabei nicht einzelne Anbieter von journalistischen Inhalten fördern, sondern die Herausbildung neuer Strukturen.&#8221; Und: &#8220;Dafür wird hier ein Innovationsfonds “Digitale Öffentlichkeit” vorgeschlagen. Sein Ziel soll es sein, die Forschung und Entwicklung neuer Infrastrukturen für die digitale Öffentlichkeit zu fördern.&#8221; Schön. Meyer-Luchts Vorschlag dokumentiert, das die Vorstellungen der Herren der Medienkonzerne und die der Journalisten, ob sie nun angestellt sind oder nicht, in einem wesentlichen Punkt übereinstimmen: Beide Parteien trauen es sich nicht zu, den Strukturwandel in unserer Medienwelt aus eigener Kraft zu überleben. Bei Meyer-Lucht ist es &#8220;die Politik&#8221;, die die Rettung bezahlen soll. Womit wohl die Steuerzahler gemeint sind. Bei den Zeitungsverlegern gehen die Wünsche in Richtung auf eine der Rundfunkgebühr vergleichbaren Abgabe. Ist es böswillig, hier von Subventionen bzw. Protektionismus zu sprechen?</p>
<p style="text-align: left;">Robin Meyer-Lucht hat einen <a title="Robin Meyer-Lucht, Kilz: Die Süddeutsche Zeitung sollte auch Beratung anbieten, Carta" href="http://carta.info/26678/kilz-die-sueddeutsche-zeitung-sollte-auch-beratung-anbieten/" target="_blank">dritten Vorschlag dokumentiert</a>, der eine neue wirtschaftliche Verwertung für den &#8220;Rohstoff&#8221; Journalismus entwirft. Immerhin mal kein Protektionismus. Er stammt von Hans Werner Kilz, dem Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung, und läuft darauf hinaus, dass in den Verlagshäusern aus dem Rohstoff &#8220;Servicepakete&#8221; entwickelt werden, die an Geschäftskunden verkauft werden könnten. Aus Journalisten werden also Kommunikationsberater. Na, wenn das kein neuer Markt ist. Es ist dabei fast schon komisch, wie Kilz versucht, an der Trennung zwischen Journalismus und Dienstleistung und damit an der Fiktion festzuhalten, dass die Ökonomisierung unserer Gesellschaft ausgerechnet vor den Türen der Redaktionen von Süddeutscher, FAZ und Handelsblatt halt macht.</p>
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		<title>Volkswirtschaftliche Bildung</title>
		<link>http://medmongrel.com/2010/05/02/volkswirtschaftliche-bildung/</link>
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		<pubDate>Sun, 02 May 2010 21:47:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mongrel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Hörfunk]]></category>
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		<description><![CDATA[Vermutlich bin ich nicht der einzige Mensch, dem es schwer fällt, dem Ablauf der griechischen Tragödie, die im Augenblick in den Medien gegeben wird, zu folgen. Auch wenn ich mich intensiv bemühe, zu verstehen, was vor sich geht, stoße ich, dank ausgesprochen bescheidener volkswirtschaftlicher Bildung, sehr schnell an meine Grenzen.
Auch kaufmännisches Wissen, ja nicht einmal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Vermutlich bin ich nicht der einzige Mensch, dem es schwer fällt, dem Ablauf der griechischen Tragödie, die im Augenblick in den Medien gegeben wird, zu folgen. Auch wenn ich mich intensiv bemühe, zu verstehen, was vor sich geht, stoße ich, dank ausgesprochen bescheidener volkswirtschaftlicher Bildung, sehr schnell an meine Grenzen.</p>
<p style="text-align: left;">Auch kaufmännisches Wissen, ja nicht einmal kaufmännische Erfahrung, die das berufliche Leben so mit sich bringt, hilft hier weiter. Denn was für die Mikroökonomie gilt, ist nicht ohne weiteres auf die Makroökonomie übertragbar. So hat man es mir beigebracht. Wachstum, so hieß es einmal, sei eine für jede funktionierende Volkswirtschaft unabdingbare Voraussetzung. Als ich dem entgegenhielt, dass diese apodiktische Weisheit wohl kaum auf den Bäcker an meiner Ecke zutreffen könne, denn dann müsse dieser heute 10, morgen 20 und übermorgen 30 Brötchen verkaufen, um überleben zu können, wusste man diesen Einwurf nicht zu entkräften, bestand aber dennoch auf der Richtigkeit der Wachstumstheorie.</p>
<p style="text-align: left;"><span id="more-1580"></span></p>
<p style="text-align: left;">So darf ich davon ausgehen, das es auch einen Unterschied zwischen der Insolvenz eines Staates und, sagen wir mal, der einer Kapitalgesellschaft, zum Beispiel einer GmbH, gibt, geben muss! Denn eine GmbH könnte nicht nur, nein, sie müsste sogar Pleite gehen, wenn hierfür die gesetzlich festgelegten Bedingungen erfüllt wären. Ihre Gläubiger wären dann gezwungen, auf einen Teil ihrer Forderungen zu verzichten. Würde eine GmbH versuchen, die Insolvenz durch Kreditaufnahme zu verzögern, ohne dass solchem Tun die Aussicht gegenüberstünde, durch ihren Geschäftserfolg alle Schulden tilgen zu können, ginge es um Insolvenzverschleppung, die ein strafbares Delikt ist. Wo genau nun der Unterschied zwischen einer GmbH und dem griechischen Staat besteht, hat mir bis heute noch niemand erklärt.</p>
<p style="text-align: left;">Gewiss schulden <em>mir</em> weder Handelsblatt noch Financial Times Deutschland Erklärungen dieser Art. Die schulden sie höchstens sich selbst bzw. der gesellschaftlichen Rolle, die sie gern sich selbst zuschreiben. Ganz sicher aber ist, dass die öffentlich-rechtlichen Anstalten dazu da sind, meiner mangelhaften volkswirtschaftlichen Bildung auf die Sprünge zu helfen.</p>
<p style="text-align: left;">&#8220;Das journalistische Versagen ist in einigen Fällen so eklatant, dass es uns ausgeschlossen erscheint, einfach zur Tagesordnung über zu gehen&#8221;, schreiben Hans-Jürgen Arlt und Wolfgang Storz in einer <a title="Hans-Jürgen Arlt, Wolfgang Storz: Wirtschaftsjournalismus in der Krise" href="http://www.otto-brenner-shop.de/uploads/tx_mplightshop/AH63.pdf" target="_blank">aktuellen Studie</a>, die fünf Tageszeitungen, DPA, Tageschau und Tagesthemen gilt, über den wirtschaftsjournalistischen Umgang mit der aktuellen Finanzmarktkrise. Das mag für die fünf Tageszeitungen und DPA beschämend sein, weil es zeigt, wie weit Anspruch und Wirklichkeit auseinanderklaffen. Für die ARD aber ist es verheerend, weil es bei ihr nicht nur um journalistisches Ethos, sondern auch um den gesellschaftlichen Auftrag und damit um die Existenzberechtigung geht.</p>
<p style="text-align: left;">Für mich hingegen ist die umfassende Mängelrüge, die andernorts, zum Beispiel von <a title="Robin Meyer-Lucht, ARD Griechenland-Brennpunkt: “Sensationell schlecht” geht weiter" href="http://carta.info/26176/ard-griechenland-brennpunkt-sensationell-schlecht-geht-weiter/" target="_blank">Robin Meyer-Lucht</a> geteilt und ergänzt wird, erfreulich, weil ich offenbar tatsächlich nicht der einzige Mensch bin, der nichts kapiert. Den &#8220;Experten&#8221; scheint es nicht besser zu gehen.</p>
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		<title>Viral Marketing</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Apr 2010 16:37:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mongrel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Während meiner Studienzeit war ich häufiger Besucher eines studentischen Filmklubs, der in einem Hörsaal  der Uni mit einem 16mm-Bauer-Projektor Filmkunstwerke vorführte. Der Klub warb mit Handzetteln und Programmplakaten. Die kurze Einführung, die jeder Vorführung vorausging, endete unweigerlich mit drei Fragen, gestellt vom Leiter des Klubs. Regelmäßig wollte er von seinen Gästen wissen, auf welchem Wege sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Während meiner Studienzeit war ich häufiger Besucher eines studentischen Filmklubs, der in einem Hörsaal  der Uni mit einem 16mm-Bauer-Projektor Filmkunstwerke vorführte. Der Klub warb mit Handzetteln und Programmplakaten. Die kurze Einführung, die jeder Vorführung vorausging, endete unweigerlich mit drei Fragen, gestellt vom Leiter des Klubs. Regelmäßig wollte er von seinen Gästen wissen, auf welchem Wege sie von der Vorführung erfahren hätten. Das Publikum wurde aufgefordert, per Handzeichen zu antworten.</p>
<p style="text-align: left;"><span id="more-1542"></span>Wer die Veranstaltungen des Klubs bereits mehrfach besucht hatte, kannte dieses Ritual und wußte, welches Ergebnis die Befragung hervorbringen würde. Handzettel und Porgrammplakate erzielten jedes Mal schlechtere Ergebnisse als der Werbeweg, der eigentlich gar keiner war: &#8220;Wer hat durch Mund-zu-Mund-Propaganda von dieser Veranstaltung erfahren?&#8221;, so lautete die letzte Frage, auf die mit absoluter Gewissheit die absolute Mehrheit der Hände nach oben schoß. Was von großen Teilen des Publikums mit Gelächter quittiert wurde. Nicht nur, weil das Ergebnis vorhersehbar war und die stete Wiederholung eine gewisse Zwanghaftigkeit bei ihrem Urheber erkennen ließ. Nein, für Plakate und Handzettel hatte der Klub die knappen Fördergelder des ASTA ausgeben müssen und so war es natürlich fatal, dass sich ausgerechnet der Werbeweg, der nichts kostete, regelmäßig als der wirkungsvollste erwies.</p>
<p style="text-align: left;">Diese Erfahrung wurde während meiner Tätigkeit als Filmvorführer eines kleinen Programmkinos immer wieder bestätigt. Es gab Filme, für die keine üppigen Werbe- und Marketingsbudgets zur Verfügung standen, die weder andernorts noch von der Kritik geschätzt wurden und sich doch wochenlang im Programm des Kinos hielten, weil sich Abend für Abend eine lange Schlange vor der Kasse drängte. Charakteristisch war die besondere Aufregung, die diese Situationen begleitete. Man merkte, die Leute kannten den Film bereits vom Hörensagen, Bemerkungen flogen hin und her, die Erwartungen waren groß. Auch hier war die Ursache Mund-zu-Mund-Propaganda.</p>
<p style="text-align: left;">Der Bremer Medienforscher und Organisationspsychologe Peter Kruse sprach heute in einer Sendung des Deutschlandfunks, die &#8211; hört, hört &#8211; das &#8220;Netz als moderne Kommunikations- und Kulturraum&#8221; auf den Sendeplan gesetzt hatte, von einem &#8220;Aufschaukelungseffekt&#8221;, der sich in sozialen Netzwerken oder auch bei Youtube entwickeln könne. Etwas weniger unbeholfen, dafür aber denglisch, nennt man diesen Effekt gern auch &#8220;viral marketing&#8221;, sofern ein gewerblicher Auslöser für den Aufschaukelungseffekt erkennbar wird.</p>
<p style="text-align: left;">Von beiden Begriffen muss man allerdings sagen, dass wir hier wie dort alten Wein in neuen Schläuchen serviert bekommen. Denn der einzige Unterschied zwischen Aufschaukelungseffekt, viralem Marketing und herkömmlicher Mund-zu-Mund-Propaganda ist der, dass im Netz alles messbar und damit auch verifizierbar ist. Womit erneut bewiesen wäre, dass die Welt nicht oder nur partiell neu erfunden wurde, seit es das Internet gibt.</p>
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		<title>Ende einer Legende</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Apr 2010 21:08:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mongrel</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Militanz]]></category>
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		<description><![CDATA[Hatten wir die Frage nach der Henne und dem Ei schon mal? Ja, hatten wir. Und zwar hier. Es ging in diesem Blogpost um die Öffnung der Springer-Archivs, durch die nachvollziehbar wird, wie die Zeitungen des Springer-Konzerns seinerzeit über die sogenannte 68er-Revolte berichteten. Von besonderem Belang ist die Öffnung des Archivs im Hinblick auf die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Hatten wir die Frage nach der Henne und dem Ei schon mal? Ja, hatten wir. Und zwar <a title="Henne oder Ei" href="http://medmongrel.com/2010/01/19/henne-oder-ei/" target="_self">hier</a>. Es ging in diesem Blogpost um die Öffnung der Springer-Archivs, durch die nachvollziehbar wird, wie die Zeitungen des Springer-Konzerns seinerzeit über die sogenannte 68er-Revolte berichteten. Von besonderem Belang ist die Öffnung des Archivs im Hinblick auf die Verantwortung für das Attentat an Rudi Dutschke, die viele der Zeitgenossen bei Bild und BZ sahen. Dass die außerparlamentarische Opposition die Springerblätter als geistige Anstifter sah, was zum Versuch einer Blockade des Verlages führte, stützte sich auf die Marktmacht des Verlagshauses und seine antikommunistische Haltung im allgemeinen und konkret auf den Vorwurf, Dutschke sei zum &#8220;Volksfeind&#8221; erklärt worden. Damit sei der Boden für die Gewalttat Josef Bachmanns bereitet worden.<span id="more-1449"></span></p>
<p style="text-align: left;">Es hat sich, dank Archivöffnung, nun herausgestellt, dass Dutschke von den Springermedien weder zum Volks- noch zum Staatsfeind erklärt worden war. Leider etwas spät, wie ich meine, denn der Generalverdacht der Manipulation der Massen durch die Medien, der Volksverdummung, des Klassenkampfes usw. stützte sich auch auf die angebliche Stigmatisierung Dutschkes. Aus der ein wichtiges Glied der Kette wurde, die beweisen sollte, dass nicht die Kaufentscheidung des Lesers, sondern seine Manipulation die Seinsgrundlage der Bildzeitung, wenn nicht gar der gesamten&#8221;bürgerlichen Presse&#8221; war. Diese Hypothese prägt bis heute das Bild, dass wir von Zeitungsverlegern und ihren Konzernen haben. In den volkswirtschaftlichen Kontext übertragen ist unsere Medienlandschaft demnach ein Anbietermarkt.</p>
<p style="text-align: left;">Nun zeigt sich, ausgerechnet in der Blogosphäre, dass vielleicht doch alles ganz anders ist und der Leser weitaus mehr Verantwortung trägt, als man bisher glauben mochte. Ein von der Nachfrage bestimmter Markt also. Natürlich kann man auch von &#8220;<a title="weissgarnix, 16.04.10, Bürgerjournalismus? Never!" href="http://www.weissgarnix.de/2010/04/16/burgerjournalismus-never/" target="_blank">Überkapazitäten</a>&#8221; sprechen. Und Robin Meyer-Lucht <a title="#rp10: Plädoyer für einen Innovationsfonds “digitale Öffentlichkeit”, Carta, 13.04.10" href="http://carta.info/25570/rp10-pladoyer-fur-einen-innovationsfonds-digitale-offentlichkeit/" target="_blank">schreibt</a>:</p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: left;">&#8220;Vielmehr zieht eine ganz kleine Anzahl an Blogs die meiste Aufmerksamkeit auf sich, während die allermeisten Blogs kaum oder gar nicht gelesen werden. Wir haben es also auch bei den Blogs – obwohl hier keine großen kommerziellen Medienunternehmen dahinterstehen – mit einer geradezu unglaublichen Medienkonzentration zu tun, in der ganz wenige angeben, was wie online gesellschaftlich diskutiert wird.&#8221;</p>
<p style="text-align: left;">Die Blogs funktionieren demnach, was die Leseraufmerksamkeit betrifft, genauso wie Printmedien. Ohne verdeckte Strategien. Das ist, was die Hypothese von der systembedingten Manipulation betrifft, vielleicht für Manchen enttäuschend, stellt aber die Souveränität des Lesers wieder her. Vielleicht ist er ja doch kein Volltrottel.</p>
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		<title>The Johnny Cash Projekt</title>
		<link>http://medmongrel.com/2010/04/13/the-johnny-cash-projekt/</link>
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		<pubDate>Tue, 13 Apr 2010 20:31:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mongrel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkunst]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
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		<description><![CDATA[
Ein interessanter Versuch ist The Johnny Cash Project. Es ist, wie der Name vermuten lässt, der Verehrung Johnny Cashs gewidmet. Jeder kann mitmachen, ob am Ende die von den Anbietern beabsichtigte Kunst herauskommt, wird sich zeigen.
 ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="The Johnny Cash Project" href="http://www.thejohnnycashproject.com/" target="_blank"><img class="alignnone size-full wp-image-1454" title="Flash" src="http://medmongrel.com/wp-content/uploads/2010/04/100413_johnny_cash1.jpg" alt="" width="456" height="275" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Ein interessanter Versuch ist <a title="Abbildung aus The Johnny Cash Projekt" href="http://www.thejohnnycashproject.com/" target="_blank">The Johnny Cash Project</a>. Es ist, wie der Name vermuten lässt, der Verehrung Johnny Cashs gewidmet. Jeder kann mitmachen, ob am Ende die von den Anbietern beabsichtigte Kunst herauskommt, wird sich zeigen.</p>
 ]]></content:encoded>
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		<title>Ein alter Bekannter: Lesernutzen</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Apr 2010 20:25:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mongrel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Print]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>
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		<description><![CDATA[Wer in früheren Zeiten unschuldig das Wort Pressemarkt in den Mund nahm, dem dürfte diese Gewohnheit in den vergangenen Monaten und Wochen mehrfach sauer aufgestoßen sein. Nicht nur weil das eine oder andere Verlagshaus im Rahmen seiner Bestrebungen, ein Höchstmaß an Marktkonformität herzustellen, Redakteure entlassen hat, sondern weil das amerikanische Unternehmen Demand Media die Diskussionen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Wer in früheren Zeiten unschuldig das Wort Pressemarkt in den Mund nahm, dem dürfte diese Gewohnheit in den vergangenen Monaten und Wochen mehrfach sauer aufgestoßen sein. Nicht nur weil das eine oder andere Verlagshaus im Rahmen seiner Bestrebungen, ein Höchstmaß an Marktkonformität herzustellen, Redakteure entlassen hat, sondern weil das amerikanische Unternehmen <a title="Demand Media" href="http://www.demandmedia.com/" target="_blank">Demand Media</a> die Diskussionen über die zukünftige Medienlandschaft aufs Neue beflügelt.</p>
<p style="text-align: left;">Dem Gejammer zum Trotz muss man sagen, dass die nachfrageorientierte Produktion von Content nichts Neues ist. Schließlich geht es hier um nichts anderes als die Forderung nach &#8220;Lesernutzen&#8221;, die ja auch vor dem Entstehen des Internets gelegentlich von Chefredakteuren erhoben worden sein soll. Bereits als sie zum ersten Mal ertönte, zielte sie nicht unbedingt auf Qualitätsjournalismus, sondern auf die Steigerung der Werbeerlöse.</p>
<p style="text-align: left;"><span id="more-1405"></span>Fatal ist, dass in diesem Zusammenhang an verschiedenen Stellen Unwahres behauptet wird. Etwa von Christian Meier am 31. März in der Zeit: &#8220;Nicht ein Chefredakteur bestimmt, welche Themen seine Mitarbeiter recherchieren, sondern ein Algorithmus &#8230;&#8221; Wahr ist hingegen, das ein Algorithmus die mathematische Grundlage einer Suchroutine ist, die nach Fragen sucht, die im Internet besonders häufig gestellt &#8211; und nicht beantwortet werden. Demand Media produziert dann zu diesen Fragen die Antworten und veröffentlicht sie im Netz, entweder auf eigenen Seiten oder auf den Seiten der Kunden des Unternehmens. Der wirtschaftliche Erfolg von Demand Media hängt also in der Hauptsache davon ab, welche Fragen die Nutzer des Internets haben, die von klassischen Medien nicht oder nicht ausreichend beantwortet werden. Content wird hier nachfrageorientiert und bedarfsgerecht produziert. Auslöser ist der Fragesteller, nicht irgendein Chefredakteur und erst recht nicht irgendein Unternehmer.</p>
<p style="text-align: left;">Was das für diejenigen heißt, die den Content produzieren (früher nannte man sie Journalisten), kann man zum Beispiel <a title="Wired, The Answer Factory. 19.10.09" href="http://www.wired.com/magazine/2009/10/ff_demandmedia/" target="_blank">hier</a> nachlesen. Andere, die ihren Arbeitsplatz durch Demand Media in Zukunft auch in Deutschland bedroht sehen, <a title="www.faz.net, Journalismus von der Resterampe, 16.02.10" href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E6EA904DBFFEB439790CADE0E9AF8C53D~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">bezeichnen</a> den Content, den Demand Media erfolgreich verbreitet als &#8220;Journalismus von der Resterampe&#8221;, das Unternehmen selbst als &#8220;journalistische Legebatterie&#8221; usw. Vielleicht trifft Legebatterie nicht den Punkt, aber sicher ist, dass ein solches Unternehmensmodell zur weiteren Verelendung des Berufstandes der Journalisten beitragen wird.</p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left; padding-left: 30px;"><em>Verwandte Beiträge:</em></p>
<p style="text-align: left; padding-left: 30px;"><em><a href="http://medmongrel.com/2010/02/08/vom-bloggen-bin-ich-sehr-enttaeuscht/" target="_self">&#8220;Vom Bloggen bin ich sehr enttäuscht.&#8221;</a></em></p>
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		<title>Dispatches</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Apr 2010 20:13:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mongrel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich weiß nicht, wie Krieg ist, aber ich weiß, was andere über Krieg erzählen und wieder andere über dieses Thema berichten. Beides hat mich schon immer interessiert. Hier geht es jedoch nicht um die Faszination, die Berichte und Erzählungen über den Krieg ausüben, sondern um die aktuellen Kommentare zu diesem Thema, zumal in den letzten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Ich weiß nicht, wie Krieg ist, aber ich weiß, was andere über Krieg <em>erzählen</em> und wieder andere über dieses Thema <em>berichten</em>. Beides hat mich schon immer interessiert. Hier geht es jedoch nicht um die Faszination, die Berichte und Erzählungen über den Krieg ausüben, sondern um die aktuellen Kommentare zu diesem Thema, zumal in den letzten Tagen das Thema dank eines Videos auf Youtube erneut in den Fokus des öffentlichen Interesses gerückt ist. Müsste ich mich allein auf die aktuelle Berichterstattung verlassen, könnte die mich glauben machen, das Wikileaks-Video aus Bagdad dokumentiere das erste Kriegsverbrechen, das jemals auf diesem Planeten geschehen sei.</p>
<p style="text-align: left;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="456" height="365" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/QJ_zTrjMhX8&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="456" height="365" src="http://www.youtube.com/v/QJ_zTrjMhX8&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always"></embed></object></p>
<p style="text-align: left;"><span id="more-1371"></span>Anders kann man die so jungfräulich daherkommenden Erklärungs- und Deutungsversuche, die Heraufbeschwörung eines Kontextes, der uns, den Lesern, das Unbegreifliche begreifbar machen soll und es zugleich relativiert, kaum verstehen. Mich beschleicht das merkwürdige Gefühl, dass dieser Erklärungsnotstand auf ein Gefühl der Scham zurückzuführen ist. Scham über die eigene Faszination und über die Veränderung, die offenbar mit den Menschen vor sich gegangen ist, die gestern noch unserer Nachbarin die Einkaufstasche nachhause trugen und heute aus einem kreisenden Hubschrauber Zivilisten abknallen.</p>
<p style="text-align: left;">Die Verwandlung, von der hier die Rede ist, wurde, wenn ich die Dinge richtig sehe, zum erstenmal in Folge des Vietnamkriegs beschrieben. Ich sage dies nicht, um irgendjemanden zu belehren, sondern damit Männer wie Michael Herr, Larry Burrows, Sean Flynn oder Dana Stone, die dies für uns getan haben, nicht einfach vergessen werden. Und damit niemand behaupten kann, die Verwandlung sei etwas Neues. Etwas, von dem wir bislang keine Kenntnis hatten.</p>
<p style="text-align: left;">Von Journalisten muss man anderes erwarten. Schlimm ist es daher, wenn Adrian Kreye uns in seinem SZ-Blog im Zusammenhang mit dem Wikileak-Video aus Bagdad erklärt: &#8220;Solche Videos zirkulieren unter den Soldaten, sie tauschen sie wie Sammelkarten. Genauso zirkulieren auch die Videos der Islamisten, auf denen sie amerikanische Soldaten und Geiseln enthaupten.&#8221; Wenn das nicht ausgewogen ist. Adrian Kreye weiß außerdem: &#8220;Das heizt die Stimmung ähnlich an, wie früher das gemeinsame Anschauen von Kriegsfilmen.&#8221; Na dann. Nun verstehen wir, warum auch deutsche Jungs am Hindukusch die für uns alle überraschende Neigung entwickeln, merkwürdige Sachen mit Totenschädeln anzustellen und dieses Geschehen für die Nachwelt festzuhalten.</p>
<p style="text-align: left;">Lieber Adrian Kreye, Sie hätten zuhause bleiben können. Denn welche Rolle die in Bildern festgehaltenen Verwandlungen von braven Jungs in Killer spielen, hat Michael Herr bereits vor langer Zeit festgehalten: &#8220;Während wir jetzt auf ihn warteten, kam ein Soldat zu Lengle und zu mir ran und fragte, ob wir Lust hätten, uns n paar Fotos anzusehen, die er gemacht hatte.&#8221; Und ein paar Zeilen weiter heißt es: &#8220;Es gab hunderte von diesen Alben in Vietnam, Tausende, und in allen schienen dieselben Fotos zu sein &#8230;&#8221;.</p>
<p style="text-align: left;">Es ist leider auch eine Herabsetzung der Arbeit seiner Kollegen, wenn Adrian Kreye uns glauben machen will, er hätte erst nach Texas fahren müssen, damit wir die Dinge richtig verstehen können.</p>
<p style="text-align: left;">Michaels Herrs &#8220;Dispatches&#8221; sind übrigens nicht erst seit gestern, sondern seit Jahren <a href="http://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_ss_i_2_12?__mk_de_DE=%C5M%C5Z%D5%D1&amp;url=search-alias%3Dstripbooks&amp;field-keywords=michael+herr+dispatches&amp;sprefix=Michael+herr" target="_blank">im Buchhandel</a> verfügbar. Jede Mutter, jeder Vater, jede Schwester, jeder Bruder, jede Freundin und jede Ehefrau kann sich in diesem Buch aus erster Hand informieren, was mit jungen Männern, die in den Krieg ziehen, passiert. Wahrscheinlich schon immer passiert ist, auch wenn es früher niemand gefilmt oder fotografiert hat. Dieses Buch hat meiner Meinung nach das Zeug zur Schullektüre. Sollte es haben. Damit niemand sagen kann, er hätte nicht gewusst, was ihn erwartet.</p>
<p style="text-align: left;"> </p>
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		<title>Ritus und Fahrstuhlmusik</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Mar 2010 17:20:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mongrel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt in den katholischen Blogs, sofern sie zum Thema Missbrauch Stellung beziehen, kaum einen Beitrag, der nicht ein &#8220;ja, aber&#8221; enthält. Wenn es kommt, fällt das &#8220;Ja&#8221; kurz aus, es erschöpft sich meist in einer knappen Bekundung des Mitgefühls mit den Opfern. Das &#8220;Aber&#8221; hingegen nimmt etwas breiteren Raum ein. Durchweg wiederholen sich dabei die Muster [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Es gibt in den katholischen Blogs, sofern sie zum Thema Missbrauch Stellung beziehen, kaum einen Beitrag, der nicht ein &#8220;ja, aber&#8221; enthält. Wenn es kommt, fällt das &#8220;Ja&#8221; kurz aus, es erschöpft sich meist in einer knappen Bekundung des Mitgefühls mit den Opfern. Das &#8220;Aber&#8221; hingegen nimmt etwas breiteren Raum ein. Durchweg wiederholen sich dabei die Muster der Äußerungen.</p>
<p style="text-align: left;"><span id="more-1299"></span></p>
<p style="text-align: left;">Die konzilianteste Abwehrlinie präsentiert sich als Unverständnis für die Kritiker der Kirche, gern verknüpft mit der Mutmaßung, dass sich diese absichtlich taub und blind stellen. &#8220;Wer hören will&#8221;, der könne dies auch, wenn er nur wolle, denn alles Notwendige und mehr als das sei gesagt und getan worden, heisst es zum Beispiel <a title="Alexander Kisslers Tagebuch, Papst und Hush Puppy, 22.03.10" href="http://www.alexander-kissler.de/10.0.html" target="_blank">hier</a>.</p>
<p style="text-align: left;">Andere möchten der Kritik die Substanz nehmen, indem sie gleich zu der Unterstellung übergehen, dass die Missbrauchsfälle nur zum Vorwand für einen Angriff auf die katholische Kirche dienen. Missbrauch des Missbrauchs zum Zwecke des Glaubenskrieges wird zum Beispiel <a title="Mißbrauch des Mißbrauchs beim WDR, Allotria catholica, 21.03.10" href="http://allocath.blogspot.com/2010/03/mibrauch-des-mibrauchs-beim-wdr.html" target="_blank">hier</a> oder <a title="Elsas Nacht(b)revier, Im neuen Komma-Magazin, 26.03.10" href="http://elsalaska.twoday.net/stories/6259904/" target="_blank">hier</a> behauptet. Ganz offensichtlich wird dabei eine latent vorhandene Angriffsbereitschaft vorausgesetzt.</p>
<p style="text-align: left;">Wieder andere verlagern die Verantwortung und versuchen so, die Kirche aus dem Kreuzfeuer der Kritik zu nehmen: Anderswo sei es auch nicht besser. Man verweist auf Sportvereine, Internate und auf die Familie als Tatort. In eine ähnliche Richtung zielen diejenigen, die in sexueller Libertinage die Ursache sehen wollen. <a title="Mißbrauchte 68er, credo ut intelligam, 15.03.10" href="http://intelligam.blogspot.com/2010/03/mibrauchte-68er.html" target="_blank">Hier</a> zum Beispiel werden die sogenannten 68er (denen neben Daniel Cohn-Bendit gern auch unsere derzeitige Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger in ihrer Eigenschaft als Beirätin der Humanistischen Union <a title="Die übelste Versuchung seit es Justizminister gibt, credo ut intelligam, 16.03.10" href="http://intelligam.blogspot.com/2010/03/die-ubelste-versuchung-seit-es.html" target="_blank">zugeschlagen wird</a>) haftbar gemacht. In einer ähnlichen Tonlage spricht man dann gern auch über Reformpädagogen, natürlich nicht ohne hier den Zusammenhang zum Thema Homosexualität herzustellen.</p>
<p style="text-align: left;">Für mich stellt sich die Frage nach der Beschaffenheit einer Gemeinschaft, die im Zusammenhang mit den inzwischen bekannten und Tag für Tag bekannt werdenden, neuen Fällen so wenig Bereitschaft zeigt, ihr Selbstbild der Wahrheit gemäß zu korrigieren. Dabei finde ich es keineswegs abwegig, wenn einige katholische Blogger annehmen, dass sich mit den Missbrauchsfällen für die vielen Kritiker der katholischen Kirche eine willkommene Gelegenheit auftut, ihr Missfallen an dieser Einrichtung zu aktualisieren. Warum auch nicht? Was ist dagegen einzuwenden? Die Tatsache allein, dass hier Bezüge zwischen aktuellem Geschehen und welchen Bedenken auch immer hergestellt werden, diskreditiert diese Kritik noch lange nicht.</p>
<p style="text-align: left;">Problematisch wird es, wenn daran festgehalten wird, dass der Zölibat eine über jeden Zweifel erhabene Einrichtung ist, obwohl etliche Sexualpsychologen im Gegenteil davon ausgehen, dass diese Einrichtung in besonderem Maße Menschen anzieht, die Probleme mit ihrer Sexualität haben. Es darf außerdem nicht übersehen oder verschwiegen werden, dass sich die Kritik immer wieder auf die nachgewiesenen und möglicherweise in Zukunft noch nachweisbaren Vertuschungsversuche bezieht. Perfide ist es, <a title="Katholische Kirche in den Mainstream-Medien, Sende-Zeit, 27.0310" href="http://sendezeit.wordpress.com/2010/03/27/katholische-kirche-in-den-mainstream-medien-%E2%80%93-eine-aktuelle-herausforderung/" target="_blank">sich darauf zu berufen</a>, dass im Zusammenhang mit Missbrauch keine Anzeigepflicht bestehe. Wer zudem nicht wahrhaben will, dass die Versetzungspraxis von straffälligen Priestern in einigen Fällen die Fortführung ihrer Straftaten provoziert hat, vergeht sich erneut an den Opfern. Oswald Kolle bemühte in diesem Zusammenhang heute morgen im Deutschlandfunk das Bild des Fuchses, der in den Hühnerstall gesperrt wird.</p>
<p style="text-align: left;">Warum sich ein Journalist wie Spiegel-Redakteur Matussek genötigt fühlt, in dieser Gemengelage ein persönliches Bekenntnis zum Katholizismus abzulegen, weiß ich nicht. Was von seinem Beitrag zu halten ist, kann man in den 456 Kommentaren, die dazu abgegeben wurden, nachlesen. Hier nur ein Video zu den Ritualen, &#8220;gegen deren Geschichtsträchtigkeit alles andere Fahrstuhlmusik ist&#8221;.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="456" height="274" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/iQ1UygBT7SE&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="456" height="274" src="http://www.youtube.com/v/iQ1UygBT7SE&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>Verwandte Beiträge:</em></p>
<p style="padding-left: 30px;"><span style="font-weight: normal;"><a title="Hingucken oder Wegducken?" rel="bookmark" href="http://medmongrel.com/2010/02/07/hingucken-oder-wegducken/" target="_self"><em>Hingucken oder Wegducken?</em></a><em> beschreibt die Reaktionen der katholischen Blogözese auf die Missbrauchsfälle.</em></span></p>
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		<title>Microsofts gute Stube</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Mar 2010 14:20:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mongrel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Marketingkommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Markenführung]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn Sie immer schon mal wissen wollten, wie&#8217;s bei Microsofts aussieht: Jetzt gibt es die Möglichkeit, das Microsoft Besucherzentrum in Washington im Netz (via Wallpaper) zu besuchen. Schön ist es, den Architekten bei der Erläuterung ihrer Absichten zuzuhören. Sie sind geradezu rührend bemüht, Microsoft das zu verleihen, was Microsoft nicht besitzt. Herausgekommen ist ein optimiertes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Sie immer schon mal wissen wollten, wie&#8217;s bei Microsofts aussieht: Jetzt gibt es die Möglichkeit, das Microsoft Besucherzentrum in Washington im Netz (via Wallpaper) zu besuchen. Schön ist es, den Architekten bei der Erläuterung ihrer Absichten zuzuhören. Sie sind geradezu rührend bemüht, Microsoft das zu verleihen, was Microsoft nicht besitzt. Herausgekommen ist ein optimiertes Telekom-Kundencenter ohne Magenta.</p>
<p><object id="flashObj" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="456" height="256" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="bgcolor" value="#FFFFFF" /><param name="flashVars" value="videoId=31211963001&amp;playerID=66631060001&amp;domain=embed&amp;" /><param name="base" value="http://admin.brightcove.com" /><param name="seamlesstabbing" value="false" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="swLiveConnect" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="src" value="http://c.brightcove.com/services/viewer/federated_f9/66631060001?isVid=1&amp;isUI=1&amp;publisherID=1336820319" /><param name="name" value="flashObj" /><param name="flashvars" value="videoId=31211963001&amp;playerID=66631060001&amp;&amp;domain=embed&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed id="flashObj" type="application/x-shockwave-flash" width="456" height="256" src="http://c.brightcove.com/services/viewer/federated_f9/66631060001?isVid=1&amp;isUI=1&amp;publisherID=1336820319" name="flashObj" allowscriptaccess="always" swliveconnect="true" allowfullscreen="true" seamlesstabbing="false" base="http://admin.brightcove.com" flashvars="videoId=31211963001&amp;playerID=66631060001&amp;&amp;domain=embed&amp;" bgcolor="#FFFFFF"></embed></object></p>
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		<title>Flatrate #3</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Mar 2010 22:22:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mongrel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[GEZ]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturflatrate]]></category>
		<category><![CDATA[Paid Content]]></category>

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		<description><![CDATA[Ihre Befürworter behaupten, die Kulturflatrate sei eine Umverteilung zugunsten von Urhebern, die ohne diese Maßnahme nicht zu ihrem Recht, einem Entgelt für ihre Leistung, kommen könnten. Die Frage, wie diese Umverteilung gegebenenfalls organisiert würde, ist zwar noch nicht entschieden, aber dennoch nicht schwer zu beantworten. Schließlich gibt es eine ganze Reihe von Einrichtungen, die geschaffen wurden, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Ihre Befürworter behaupten, die Kulturflatrate sei eine Umverteilung zugunsten von Urhebern, die ohne diese Maßnahme nicht zu ihrem Recht, einem Entgelt für ihre Leistung, kommen könnten. Die Frage, wie diese Umverteilung gegebenenfalls organisiert würde, ist zwar noch nicht entschieden, aber dennoch nicht schwer zu beantworten. Schließlich gibt es eine ganze Reihe von Einrichtungen, die geschaffen wurden, um für Wahrung von Urheberrechten zu sorgen, noch bevor deren Verletzung im Internet neue, bis dahin unbekannte Ausmaße annahm. Das Tun von Verwertungsgesellschaften wie der GEMA oder der GEZ der Rundfunkanstalten kann man ja überall und jederzeit beobachten.</p>
<p style="text-align: left;"><span id="more-1262"></span></p>
<p style="text-align: left;">Keiner dieser Gesellschaften ist es jemals gelungen, Sympathien für ihr Tun zu wecken. Das liegt ganz sicher nicht nur an den Methoden, mit denen sie sich ihre Mittel verschaffen. Für mich gibt es noch einen weiteren Grund, aus dem man derartigen Institutionen nur wenig Vertrauen entgegenbringen kann: Ihr Wille, sich selbst zu erhalten und sich Macht zu verschaffen, ist erfahrungsgemäß größer als ihr Drang, ihrem eigentlichen Zweck zu dienen.</p>
<p style="text-align: left;">Es geht, so sagt man, um Leistungen, auf die der Zugriff nicht oder nur schwer eingeschränkt und kontrolliert werden kann, weil die Technik, die den Zugriff ermöglicht, überall verfügbar ist: Rundfunkgeräte, Kopierer, CD-Rohlinge und -Brenner, Computer usw. Da stellt sich die einfache Frage, warum &#8211; statt einer Flatrate für alle &#8211; nicht einfach deren Hersteller zur Kasse gebeten werden. Die Antwort ist natürlich ebenso einfach: Genau dies geschieht ja bereits. Und es ist klar, dass die Hersteller diese Kosten an ihre Kunden weitergeben. Es würde also auch nichts nützen, wenn man, analog zu dieser Praxis, die Anbieter der technischen Infrastruktur des Netzes zu Kasse bitten würde. Denn auch die würden Mehrkosten an den Endverbraucher durchreichen.</p>
<p style="text-align: left;">Da bleibt uns also gar nichts anderes übrig, als uns endlich mit dem Gedanken vertraut zu machen, dass es eine ganze Reihe verfügbarer kultureller Leistungen gibt, für die nur eine Minderheit zu zahlen bereit ist. Ich kann mich an Zeiten erinnern, in denen sich die Herstellung und Verbreitung von Raubkopien bestimmter Autoren als Kapitalismuskritik tarnte. Seitdem sind einige Jahre vergangen, in denen weder die enorme Inflation kultureller Angebote noch die Vermehrung partizipatorischer Ideen in unserer Pädagogik dazu geführt haben, dass sich unser defizitäres Verhältnis zur Urheberschaft in Wertschätzung verwandelt hätte.</p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: left;"><em>Was bisher geschah:</em></p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: left;"><a href="http://medmongrel.com/2010/03/14/flatrate/" target="_self"><em>Flatrate #1</em></a><em> geht auf das Verhältnis zwischen Urheber- und Eigentumsrecht ein.</em></p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: left;"><em><a href="http://medmongrel.com/2010/03/15/flatrate-2/" target="_self">Flatrate #2</a></em><em> stellt die Frage, wer bezahlt.</em></p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: left;"><em>Verwandte Beiträge:</em></p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: left;"><em><a href="http://medmongrel.com/2010/03/12/danke-gez/" target="_self">Danke GEZ!</a></em><em> beschäftigt sich mit der Öffentlichkeitsarbeit der Gebühreneinzugszentrale der Rundfunkanstalten.</em></p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: left;"><em>Bei </em><a href="http://medmongrel.com/2010/02/23/nachtrag-zu-versagen-tag-fur-tag/" target="_self"><em>Nachtrag zu: Versagen, Tag für Tag</em></a><em> und </em><a href="http://medmongrel.com/2010/02/17/versagen-tag-fur-tag/" target="_self"><em>Versagen, Tag für Tag</em></a><em> geht es um eine Kontroverse zwischen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten auf der einen und der Zeitungs- und Zeitschriften-Verlegern auf der anderen Seite, bei der klar wird, in welche Zwangslage beide Seiten durch die Entwicklung des Internets gelangt sind.</em></p>
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