Viral Marketing

Während meiner Studienzeit war ich häufiger Besucher eines studentischen Filmklubs, der in einem Hörsaal  der Uni mit einem 16mm-Bauer-Projektor Filmkunstwerke vorführte. Der Klub warb mit Handzetteln und Programmplakaten. Die kurze Einführung, die jeder Vorführung vorausging, endete unweigerlich mit drei Fragen, gestellt vom Leiter des Klubs. Regelmäßig wollte er von seinen Gästen wissen, auf welchem Wege sie von der Vorführung erfahren hätten. Das Publikum wurde aufgefordert, per Handzeichen zu antworten.

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Autor: mongrel Kategorie: Film, Internet | Tags: , ,

iPad, ab 499 US-Dollar

Die Präsentation des iPad: er dürfte eigentlich etwas billiger sein als er ist, denn das Marketingbudget muss und kann nicht sehr hoch gewesen sein. Muss nicht, weil im Vorfeld ein Heer von Erfüllungsgehilfen in den Redaktionsstuben dieser Welt nichts Besseres zu tun hatte, als Jubelstimmung zu verbreiten. Kann nicht, weil der zwar lange, dafür aber uninspirierte Spot wahrscheinlich nicht viel Geld verschlungen hat.

Interessant ist, dass sehr rasch die ersten Witze über den Namen auftauchten (hier zusammengefasst) und an anderer Stelle unmittelbar anschließend die Funktionalität kritisiert wurde. Faltbar ist der iPad jedenfalls nicht, aber man kann ihn auch so mit ins Bett nehmen. Außerdem hat Apple bereits mehrfach bewiesen, dass nicht die Sachargumente, sondern der versprochene Lustgewinn über den Erfolg eines Geräts entscheiden.

Fragen am Rande: Was meint Frank Schirrmacher mit “geradezu buddhistischer Präsentation des neuen iPad“? Und: Ob sich Adrian Kreye, der die Gelegenheit der Vorstellung des iPad nutzt, um dem Internet zu bescheinigen, dass es bislang nur unseren Alltag, nicht aber unsere Kultur verändert hat, vorstellen kann, dass die Veränderung unseres Alltags sehr wohl weitreichende Folgen für unsere Kultur haben kann?

Anzunehmen ist, dass das Erscheinen des iPad die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf den Markt der eReader richten und hier möglicherweise einen Schub auslösen wird, der spürbare Folgen für unsere Lesekultur und den Buchmarkt haben könnte.

Autor: mongrel Kategorie: Buchmarkt, Internet | Tags: ,

Das hat Gott doch eigentlich nicht nötig

Heute hat der Papst in einer Botschaft unter Berufung auf den Apostel Paulus die katholische Priesterschaft aufgefordert, im “Dienst für das Wort und des Wortes” stärkeren Gebrauch von den Möglichkeiten des Internets zu machen. Benedikt geht es dabei ausdrücklich um die Verkündigung und Verbreitung des Evangeliums.

In seiner Botschaft kann man ein Indiz für eine gewisse Beunruhigung sehen. Offenbar fürchtet der Vatikan, den Anschluss an lebenswichtige mediale Entwicklungen zu verpassen.

Wenn nun diese Furcht berechtigt wäre und tatsächlich die Gefahr bestünde, dass ohne Internet immer weniger Menschen die Verkündigung des Evangeliums erreicht, wäre dies gewiss schlecht für die Kirche. Mich würde in diesem Zusammenhang allerdings eher die Frage interessieren, ob diese Entwicklung möglicherweise auch schlecht für Gott ist. Vielleicht könnten dazu berufene Theologen diese Frage beantworten? Ich fürchte, dass sich grundsätzlich alle kirchlichen Anstrengungen im Bereich des Marketings und der Kommunikation aus den Briefen des Apostel Paulus rechtfertigen lassen, bleibe aber dennoch dabei, dass ein allmächtiger Gott durch die Abnahme der Zahl seiner Anhänger keinen Schaden nehmen kann.

Ganz abgesehen davon: Eine Sichtung einschlägiger Blogs hinterlässt den Eindruck, dass die katholische Priesterschaft durchaus eines gewissen Ansporns bedarf.

Bei der Lektüre der päpstlichen Botschaft habe ich durch Zufall in Erfahrung bringen können, dass der heilige Franz von Sales der Schutzpatron der Gehörlosen ist. Und der Medienschaffenden. Ausgerechnet.

Autor: mongrel Kategorie: Internet | Tags: ,

“Interactive Power …” oder “Low Involvement Researcher”?

Okay, immer mehr Menschen informieren sich vor einer Kaufentscheidung im Internet über das Objekt ihrer Begierde. Was nun europaweit die Objekte sind, auf die sich das netzgestützte Informationsbegehren bezieht, muss man eigentlich gar nicht erst in der TNS Studie “Kaufentscheidung: Überzeugungskraft kommt aus dem Internet” (Quelle hier) nachlesen. Ist doch klar, es sind Bücher, CDs, DVDs, Unterhaltungselektronik und Reisen. Interessant ist allerdings, dass sich nur Briten und Deutsche im Netz über Mode informieren.

Die TNS-Studie liefert auch eine Typologie der Suchstrategien. Und? Man spürt ein kleines bisschen, dass es die Autoren drängte, neben modernen Performern, Dinks, early Adopters, Lohas und dem anderen heißen Scheiß mal was ganz Neues auszuprobieren. Hier nun, nur weil’s so schön klingt, die komplette Typologie: “Interactive Power Research”, “E-Commerce Oriented Informations Focus”, “Economical Exploring”, “Rational Offline Oriented Research” und “Low Involvement Research”.

Ich fürchte, wir Deutschen haben uns gleich doppelt blamiert: Als echte Topchecker erledigen wir das Thema Mode wahrscheinlich nur im Interactive Power Research-Modus. Das macht uns keiner nach.

Autor: mongrel Kategorie: Sprache | Tags: ,